Das Interview mit Michael und Markus
Michael Stupp und Markus Klein übernehmen den Vorsitz der CDU-Fraktion in der nächsten Wahlperiode. Eine Mischung aus Erfahrung und frischem Wind. Mit beiden haben wir über ihre Ziele und die CDU Bedburg gesprochen.
Michael (MS), nach der verlorenen Wahl übernimmst Du noch einmal die Führungsrolle der Fraktion ein. Warum?
(MS) Meine Beweggründe hatte ich ja bereits kundgetan. Unsere Fraktion hat sehr viele, neue Gesichter und das politische Geschäft, auch in Bedburg, ist komplex und nicht immer leicht. Mir war es wichtig, die neue Fraktion jetzt erst einmal in die Wahlperiode zu führen und mit Markus Klein habe ich jemanden an meiner Seite, der frischen Wind und eigene Ideen mitbringt.
Markus (MK), nach Deinem Rückzug aus dem Parteivorstand übernimmst Du jetzt direkt die Verantwortung in der Fraktion. Was hat Dich zu dem Schritt veranlasst?
MK: Ich möchte mich gerne mit voller Energie in die Fraktionsarbeit einbringen. Die Arbeit in der Fraktion ist das Herzstück unserer politischen Arbeit. Hier werden Weichen gestellt, die wichtigen Entscheidungen für unsere Schlossstadt vorbereitet, diskutiert und im Stadtrat zur Abstimmung gebracht. Ich möchte Verantwortung übernehmen, um die Inhalte und Ziele, für die wir als CDU-Bedburg stehen, aktiv in diesen Prozess einzubringen. Für die Zukunft Bedburgs.
Ihr habt angekündigt, zusammen mit dem neuen Parteivorstand, an Euren Wahlkampfzielen festzuhalten und diese auch umsetzen zu wollen. Wie wollt ihr das mit Blick auf die Mehrheitsverhältnisse im Rat schaffen?
MK: Wir befinden uns in der Rolle der Opposition und besitzen keine eigene Mehrheit. Das ist vollkommen richtig. Aber genau deshalb ist es wichtig, dass wir unsere Wahlkampfziele klar benennen und konsequent vertreten. Dies natürlich in engem Schulterschluss mit dem neuen Parteivorstand. Wir werden zudem aktiv das Gespräch mit den anderen demokratischen Fraktionen suchen, um für unsere Positionen Mehrheiten zu gewinnen. Wenn wir deutlich machen, welche konkreten Verbesserungen wir mit unseren Zielen für die Bürger erreichen, wächst auch der öffentliche Druck, diese umzusetzen. Das wird uns nicht immer sofort gelingen. Aber durch Verhandlung, klare Prioritäten und auch durch Kompromisse wollen wir unsere Wahlkampfziele Schritt für Schritt thematisieren und realisieren.
Jetzt sprecht Ihr die Zusammenarbeit im Rat an. Bei der konstituierenden Sitzung vor zwei Wochen wurde bekannt, dass die SPD ein Bündnis mit der FWG und den Grünen eingegangen ist. Ändert das Eure Sichtweise?
MS: Nein. Auch wir haben im Vorfeld ein konstruktives Gespräch mit der SPD-Spitze geführt. Wir lehnen allerdings ein festgeschriebenes Bündnis mit anderen Fraktionen zur Mehrheitsbeschaffung auf kommunaler Ebene ab. Wie in den letzten fünf Jahren, entscheiden wir bei jeder Vorlage separat. Bringt es unsere Stadt weiter, stimmen wir zu. Es gibt aber einige Themen, die wir grundlegend anders sehen und natürlich erwarten wir insbesondere von der FWG und den Grünen, dass sie sich offen für eine Diskussion zeigen und bei ihren Entscheidungen alleine an der Sachlage und nicht an einem Bündnis orientieren.
Welche Themen meint Ihr?
MK: Ein Beispiel ist das Thema Bauen und Wohnen in Bedburg. Hier sehen wir einige Dinge sehr kritisch. Dazu gehören geplante Baugebiete wie z.B. das „Zückerchen“, nun Erftaue genannt. Abseits der Thematik der problematischen Bodenbeschaffenheit und des prognostizierten Anstiegs des Grundwasserspiegels nach dem Ende der Braunkohlenverstromung, stellt sich die Frage, ob solch ein neuer Stadtteil mit bis zu 3.000 Bewohnern nicht die verkehrliche Infrastruktur unseres Städtchens überlastet. Wir müssen das Thema Bauen in Bedburg anders denken. Kleinere, investorenfreie Baugebiete, auch in unseren Ortsteilen sind hier wesentlich zielführender. Vor allem jungen Familien mit Bedburger Wurzeln gibt man so eine wichtige Perspektive.
Das Thema „Medizinische Versorgung“ hat viele Bedburger in diesem Jahr bewegt. Jetzt spricht der Bürgermeister immer von einem „interkommunalen Krankenhausneubau“. Wie sehr ihr das?
MS: Wir haben der Machbarkeitsstudie zugestimmt, auch wenn wir (und viele andere) wissen, dass das ein mehr als ambitioniertes Vorhaben ist. Aber die FWG hatte die Idee angestoßen und wir wollten diesen Grundgedanken unterstützen. Gleiches erwarten wir allerdings auch bei von uns eingebrachten Anträgen und Vorschlägen. Wir wollen das Thema „Gesundheit und Pflege“ hier in (und nicht außerhalb von) Bedburg neu denken und umsetzen.
Das Interview finden Sie auch in der nächsten Ausgabe der Bedburger Nachrichten !